Leben & Lieben

Von Warten und Taten

Ich bin betrunken. Den ganzen Abend lang war es nur ein Gedanke, nun ist ein Entschluss. Ich zücke das Handy, tippe die Nachricht und sende sie ab, bevor ein Restfunken Vernunft es verhindern kann.
Ein Haken, zwei Haken – zugestellt. Es ist morgens um sechs.

Kleine Kinder und betrunkene Menschen sagen die Wahrheit, und trauen sich mehr. Ignorieren die Vernunft und hören auf Ihr Bauchgefühl. Manchmal wäre ich gerne betrunken, jünger – oder eben einfach mutiger.

Bevor wir etwas wagen, wägen wir ab. Wir können Dinge abstreiten, erklären, aber nicht zurück nehmen. In jeder Lüge ist ein Funken Wahrheit- und wenn wir uns nur insgeheim wünschen es wäre wahr.

Angst wiegt schwerer als Sehnsucht, Ungewissheit ist leichter als Reue.

Wir formulieren im Kopf, was wir nie wiedergeben werden – geben Gefühle wieder, an falsche Empfänger. Bleibt am Ende doch nur eine Frage, deren Beantwortung wirklich von Bedeutung ist:
Haben wir es je der richtigen Person gesagt?

Manchmal wäre ich gerne wieder 6, oder betrunken wie morgens um sechs.

// Bild via Pexel

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