Milchmädchen(blogger)rechnung

Auch an mir geht die Milchmädchen-Diskussion nicht vorbei, doch ich betrachte sie etwas zweigeteilt. Ich betrachte es auch aus Sicht der Unternehmen bzw. des Marketing. Und will daher mal einen Versuch starten, meine Meinung nicht aus Sicht der Bloggerin runterzutippen …

Sehen wir das doch Mal aus Sicht eines Unternehmens. Stellen wir uns vor wir sind ein Modelabel, ob es erfolgreich ist oder nicht, ist an dieser Stelle relativ egal. Wir wollen Marketing bzw. PR betreiben, um die Bekanntheit des Labels zu steigern, wie machen wir das?

Wenn wir Geld haben, schalten wir an passenden Stellen Anzeigen. Wie sieht das bei Blogs aus? Bannerwerbung und die wird ja eindeutig bezahlt. Ob man die über Google laufen lässt oder selber managet, ist ja von jedem selber abhängig. Jeder kann quasi selber entscheiden a), ob er Bannerwerbung schalten will, b) wie er sie schaltet und c) wie viel Geld er dafür nimmt.
Doch es gibt ja auch Varianten, die etwas mit Glück verbunden sind: Wir verschicken Presseinformationen oder gar kostenlose Produkte an Zeitschriften, Prominente etc. und hoffen, dass sie über uns berichten oder unser Produkt tragen und im besten Fall ein Foto damit entsteht (welches dann in den Zeitschriften gedruckt wird). Kosten? Nur die Kosten für das Produkt.
Und genauso funktioniert es doch mit den Blogs (abgesehen von den Facebook-Gewinnspielen). Blogger bekommen die Informationen gestellt oder Produkte geschickt und entscheiden, ob Sie ihnen gefallen oder nicht und je nachdem berichten sie darüber. Keine Zeitschrift oder gar ein Promi würde auf die Idee kommen dem Label eine Rechnung zu schicken, weil sie Werbung für die Kleidung des Labels machen. Man kann Blogger, je nach Erfolg des Blogs, doch ein Stück damit gleichsetzen: Entweder ein Unternehmen will, dass die Person an sich das Produkt trägt bzw. präsentiert, weil sie Ihr Auftreten/ Image mag, oder sie denken es wäre gut für die Bekanntheit des Unternehmens, wenn ein Blog über dieses berichtet. 
Wir beschweren uns, dass Unternehmen Blogger nicht ernst genug nehmen, andererseits erkennen wir nicht, dass sie uns in einen wichtigen Bereich Ihres Marketing stecken: der PR. Für Unternehmen ist dies genauso neu wie für uns.
Auch die Unternehmen müssen lernen, wie es funktioniert, welche DO’s und DONT’s es gibt. Sie lernen durch die Zusammenarbeit mit Blogs. Natürlich gibt es immer Blogs, die sogar froh sind, wenn sie überhaupt was bekommen und dadurch Werbung zu Konditionen machen für die anderen zu niedrig sind. Doch die Unternehmen werden auf Dauer auch merken, dass Ihnen dies nicht so viel bringt, wie wenn sie mehr investieren und dadurch auf erfolgreicheren, namenhaften Blogs landen.
Vielleicht sollten wir die Unternehmen nicht ganz so stark verteufeln, sondern mal wieder drüber nachdenken dass wir uns entschieden haben zu bloggen und niemand uns zwingt über etwas zu berichten, wenn wir es nicht wollen.
Jeder hat die Wahl ob er über Unternehmen bzw. Produkte berichten- und das ist kostenlose PR, davon haben wir gar nichts – im Gegenteil, jemand der seinen Blog selbst hostet bezahlt sogar noch dafür (Domain, Webspace, Traffic…). Lassen wir es doch einfach weg und führen einen privaten Blog, über unser Leben ohne Produkte dabei zu benennen… funktioniert bei einem Modeblog nicht wirklich? Dann sollten wir vielleicht, mindestens ein bisschen, dankbar sein, dass Unternehmen Blogs als Marketingmöglichkeit erkannt haben und Ihnen die Chance geben mit der Modeblogszene zusammen zu lernen, wie man am besten kooperieren kann…

Und behalten wir doch im Hinterkopf: Wir sitzen wir schließlich am längeren Hebel. Wir entscheiden über positive oder schlechte PR, entscheiden ob wir über ein Unternehmen berichten oder es ignorieren.

//Ich habe die Facebook-“Gewinnspiel”-Aktionen nun bewusst außen vorgelassen, da ich der Meinung bin dies einfach noch einmal ein ganz anderer Schnack ist. So viele Blogger posten regelmässig täglich aufwendige Outfitfotos. Sie dürfen sich die Dinge die sie auf dem Foto präsentieren aussuchen, so wie sie es ja sonst auch tun würden… die wenigsten Blogger machen bei so was mit, wenn ihnen die Sachen nicht zusagen.

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