Fashion Victim

Gastbeitrag: Die nächste Revolution der Modewelt?

3d-Prints-Mode

Kennst du das auch? Das Kleid hat einen tollen Schnitt und fällt super, aber die Farbe geht
gar nicht – bald könnte Mode aus dem Drucker die Lösung sein.

Vom 21.-24. Januar 2013 traff sich alles, was in der Modebranche Rang und Namen hat, einmal mehr bei den Haute Couture Schauen der Pariser Fashion Week. Für Wirbel und Begeisterung sorgten unter anderem Lagerfeld’s lesbische Bräute als Statement für gleichgeschlechtliche Ehen sowie die Tatsache, dass viele der Entwürfe (für Haute Couture Verhältnisse) ungewöhnlich tragbar aussahen.

Ein weiteres Highlight, das für Aufregung bei Mode- und Technikverrückte gleichermaßen sorgte, war Iris van Herpens „Voltage“ Kollektion. Die niederländische Designerin und einstige Alexander McQueen Praktikantin ist bekannt für außergewöhnliche Haute Couture Mode und wenn man sich ihre Entwürfe anschaut, ist es kein Wunder, dass Künstler wie Björk und Lady Gaga ihre größten Fans sind.

In der Voltage Kollektion experimentiert van Herpen mit Elektrizität, Licht und anderen futuristischen Arbeitsmitteln. Besonders interessant für die Zukunft der Modeindustrie: zwei der gezeigten Stücke wurden zu 100% mit einem 3D Drucker hergestellt.

Zwar ist es schon seit den 80ern möglich, Gegenstände zum Anfassen zu drucken, doch wirklich bekannt wird die Technik erst seit kurzem, da die Kosten für 3D Drucker immer weiter sinken und auch für kleinere Firmen erschwinglich werden. In vielen Branchen wird für die Zukunft auf den 3D-Druck gesetzt. Grade erst hat beispielsweise Nokia 3D-Vorlagen für das Cover des Lumia 820 veröffentlicht. So kann sich jeder seine Hülle nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten – das passende Handy zum Lieblingsoutfit!

Doch zurück zu Iris van Herpen: Schon seit 2010 zeigt sie Stücke aus dem 3D-Drucker auf
Laufstegen und ihre Designs wurden schon im Londoner Victoria & Albert Museum ausgestellt. 2011 wurde eins

Week gezeigten Stücke hat van Herpen mit Designerin Neri Oxman und Architektin Julia Koerner kooperiert und die Idee von gedruckter Kleidung weiterentwickelt. Spezielle 3D-Drucker, wie von Stratasys, machen es nämlich möglich, verschiedene Materialien in einem Druckvorgang zu verwenden. So bestehen die Entwürfe aus einem Mix aus weichen sowie harten Stoffen mit variabler Elastizität, was laut Designerin Oxman für ein Gefühl einer „zweiten Haut“ sorgt. Für den Trend zu verschiedenen Texturen und aufwändigen Stickerein drängt sich der 3D-Druck regelrecht auf, da komplizierte, teure und arbeitsintensive Handarbeit damit der Vergangenheit angehört.

In Zukunft werden wir also ganz sicher mehr „Tech-Couture“ zu sehen bekommen und vielleicht schon bald selbst als Designer tätig werden. Denkbar wären zum Beispiel, dass (wie bei Nokia) Designer und Modefirmen 3D-Vorlagen für Kleidungsstücke zur Verfügung stellen, welche dann vom Kunden je nach Geschmack personalisiert werden können.

Die nächste Revolution in Sachen Mode steht also vor der Tür – und ich kann es kaum erwarten!

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