Eine Woche – Ein Arm – Ein Gips

Ein schöner & sonniger Ostersonntag. Ich spaziere mit meinen Eltern & unserm Hund durch den Harz, während mein Freund & Bruder auf dem Crossbike die Pisten runterheizen.

“Pass auf Dich auf! Ich will Dich heile wieder haben…” – Ein Satz den ich sicher 100-mal zu ihm sagte bevor er dann den Berg runter durfte. Aus Angst mich zu verletzten spaziere ich nur den Berg runter. Keine 15 Minuten später: Ich liege auf dem Boden, die Hose ist durchnässt von Dreck und tauenden Restschnee und mein Arm tut so sehr weh, dass ich mit Mühe und Not wieder hochkomme.

Nach dem Ausflug geht es gleich ins Krankenhaus und dieses darf ich mit einem Gips verlassen.
Diagnose: Mehrere Prellunge und verstaucht. Mindestens 7 Tage gibs.
Na Danke! So viel zum Thema “Pass auf Dich auf.”

Die Schmerzen waren relativ, der Arm war ja ruhig gelegt und daher tat er nur in seltene Fälle wirklich weh. Doch das nichts tun können ist die reine Qual! Ich wünsche meinen Feinden/innen nicht mehr den Tot, sondern Lebenslang Gips an einem oder sogar beiden Armen… Aber das ist ein anderes Thema.

Nicht schreiben und nur mit Beschwerden Tippen können ist eine Sache mit der ich eine Woche lang leben kann. War ich sowieso krank und habe die meiste Zeit schlafend auf dem Sofa verbracht.

Viel Schlimmer ist die Tatsache, dass man sich eine Woche lang nicht richtig zu recht machen kann.

Ich bin weiss Gott keine Tussi und gehe auch mal ungeschminkt und mit zerzausten Haaren aus dem Haus. Und das nicht nur wenn der Hund mal eben vor die Tür muss… Aber Haare richtig waschen, föhnen und auch das Gesicht mit diversen Reinigungsmitteln und Masken behandeln, gerade wenn es danach ruft, gehören für mich dazu. Aber nicht mit Gips…

Die Haare werden mehr oder weniger gut mit einer Hand hochgehalten, während der Liebste versucht die Haarspange ins Haar zustecken. Später stellt man dann fest, falschrum also rutsche die Haarsträhnen den ganzen Tag raus.
Schminken fällt die Woche ganz flach. Der Gips stellt sowieso jeden Schönheitsversuch in den Schatten. Das einzige was meine Haut diese Woche zu spüren bekommt ist Wasser und einmal Creme mit anschließender Erkenntnis: Auch eincremen geht mit zwei Händen eindeutig besser.

Irgendwann ruft die Beste an und fragt ganz entsetzt “Was hast Du denn gemacht? Habs bei Facebook gelesen!”. Und man denkt sich nur “Ach, du meinst dieses störende Ding was meinen Alltag erheblich beschwert?”. Mag aber irgendwie gar nicht drüber sprechen und sagt daher “Ach, das ist nichts… geht ja bald wieder ab.”. Beschäftigt man sich doch den ganzen Tag damit.

Wenn der Wasserhahn tropft, weil man ihn nicht aussmachen kann und der Freund bei dem Satz “Schatz, machst Du mal aus?” schon genervt schaut. Wenn der Hund versucht den Gips aufzukaufen und man eigentlich gern sagen würde “Los beiss das Scheißding durch”; aber nur ein “Aus!” rausbringt. Wenn man morgens verzweifelt versucht die Jeans an und zu zubekommen und Abends mit dem T-Shirt kämpft.

Nach einigen Tage ist der Gips dreckig, die Bänder verutscht und man mag am liebsten nur noch im Pullover rumrennen, damit den Gips niemand sieht. Geht aber nicht. 20 Grad draußen und die Tatsache, dass kein Pullover über den Gips passt erschwären auch die gewünschte Kleidungsauswahl.

Ab Donnerstag habe ich nur noch den Wunsch den Gips endlich abzunehmen. Und den Gedanken, dass ich erst Montag damit zum Arzt kann. Mittlerweile verschönern den Gips ein weiterer Verband, da der andere nicht mehr ganz so schick aussieht, und zwei Pflaster die meine Haut vor Schirfwunden schützen sollen. Bringt alles nichts, er stört einfach nur.

Es war eine verdammt lange Woche und noch nie habe ich mich so sehr gefreut wieder normal duschen und sich fertig machen zu können. Sogar aufräumen, abspülen und morgens mit dem Hund rausgehen gehören nach so einer Woche zu den kleinen Highlights des Tages…

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