Leben & Lieben

18/19

Das Jahr war nicht scheiße – aber es war anstrengend und am Ende will ich vor allem nur noch eins: Meine Ruhe. Mein Plan für Silvester? Viel Essen, ein bisschen Alkohol und den Jahreswechsel nicht mitbekommen. Nicht, weil ich betrunken irgendwo den Countdown runterzähle, sondern weil ich schlafe. 

Mein Silvester läuft nie wie geplant – liegt vielleicht auch daran, dass ich es nicht wirklich plane, weil ich den Hype nicht teile. 
 
Ich will den großen Abschluss, in einer tollen Stadt, mit meinen Lieblingsmädchen. Das letzte was das Jahr mir mitgibt soll gut sein. Also buchen wir uns ein Ticket für eine Veranstaltung, die genau das verspricht: Glamour & den richtigen Ausblick. Stellen fest, dass wir für eine bezahlbare, zentral gelegene Unterkunft zu spät sind. Airbnb unzuverlässig – zwei stonierte Unterkünfte kurz vor Silvester – und die beste Freundin unbezahlbar. Die macht Platz in ihrer Wohnung und ihren Silvesterplänen.

Mit den Lieblingsmädchen auf dem Bett liegen und versuchen ein Selfie zu machen, mit dem alle Drei zufrieden sind. Ein Neujahreswunsch aus der Ferne, der einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert und ein bisschen Hoffnung, Zauber in sich hält. Drei Kurze und ne Flasche Prosecco. Noch ein Selfie, weil wir gut aussehen – an diesem Abend, nach diesem Jahr.

Was am Ende bleibt ist nicht die Erinnerung an eine Party, die ihr Geld nicht wert war. Sondern an einen durchgetanzten Abend, den Lieblingsausblick, Gin Tonic der gut schmeckt. An der Haustür wieder zusammentreffen.

Keine Tränen, kein trauriger Rückblick und schlechtes Gefühl den ganzen Abend. Kein Bedauern, keine Sehnsucht nach dem was fehlt, kein „Dieses Jahr wird besser“. Kein Silvesterabend, wie geplant, bis auf Happy New Year! Weil man lieber die leere Cocktailbar nutze, als das Feuerwerk zu beobachten und sich zu versprechen, dass nun wirklich alles besser – endlich gut wird. Feuerwerk als Beiwerk, nicht als Mittepunkt. Stille heimliche Abschlüsse für dieses Jahr, ohne große Worte und Bedauern. Sondern mit keinem einzigen Gedanken mehr darüber.
 
Der Morgen danach, mit Kopfschmerztabletten und Kaffe, der besser nicht seien könnte. Mit Liebe gemacht und Haselnussmilch. Vielleicht ein bisschen Erkenntnis, Lösung eines Problems – zwischen zwei Städten, die nicht konkurieren sondern zusammen funktionieren.

Das erste Mal in diesem Jahr, dass Gefühl doch genau da zu sein -
an dem Punkt - an dem man hingehört...

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